Was ist eine Drainage?

Eine Drainage, oder auch Dränung dient dem Feuchteschutz von Bauwerken. Dazu wird das Bodenwasser, das das Bauwerk umgibt, unterirdisch großflächig erfasst und zielgerichtet und gleichmäßig abgeleitet.


Wann ist eine Drainage notwendig?

Eine Drainage ist dann erforderlich, wenn Sickerwasser nicht schnell genug ins Grundwasser gelangen kann und sich staut. Die Sickereigenschaft des Bodens hängt wiederum stark von seiner Beschaffenheit ab.

Grundsätzlich wird in vier Hauptbodenarten eingeteilt: Sand, Schluff, Ton und Lehm. Sie unterscheiden sich primär durch ihre Korngrößenverteilung (Sand > Schluff > Ton > Lehm) und die damit einhergehende Wasserspeicherfähigkeit. Man spricht in diesem Zusammenhang von bindigen bzw. nichtbindigen Böden.

Ein nichtbindiger Boden besteht aus Körnern unterschiedlicher Größe, die sich gegenseitig berühren, wie beispielsweise bei Sand oder Kies. Dieser Boden speichert keine Flüssigkeit und Wasser kann daher ohne Stauung abfließen, so dass für gewöhnlich keine Dränmaßnahme notwendig ist.

Bindiger Boden wie Schluff, Ton oder Lehm kann durch seinen Anteil an plättchenartigen Tonpartikeln Wasser aufnehmen und speichern. Die Oberfläche der Plättchen quillt auf, wodurch sich die Reibung zwischen den Partikeln verringert. Weil bindiger Boden die Neigung hat, schlammig zu werden, sinkt zum einen die Tragfähigkeit des Baugrunds dramatisch. Zum anderen können Feuchtigkeitsschäden am Bauwerk die Folge sein. Diesen ungünstigen Baugrundeigenschaften wirkt eine Drainage entgegen.

Ist das Gebäude Drückendem Wasser ausgesetzt, ist eine Bauwerkskonstruktion aus WU-Beton unvermeidbar. Eine Drainage ist in diesem Fall nur eine Maßnahme, die zusätzlich vorgenommen werden kann, denn sie ersetzt keineswegs eine solide Bauwerksabdichtung (siehe auch Feuchtigkeitssperre).

Die Bodenverhältnisse, die zu erwartenden Regenmengen, die Höhe des Grundwasserspiegels und eine eventuelle Hanglage des Hauses sind Parameter, die der Planer analysieren muss und nach denen er entscheidet, ob eine Drainage notwendig ist.


Wie ist eine Drainage aufgebaut?

Zunächst bedeckt eine Dränschicht die erdberührenden Teile des Bauwerks ringsherum. Sie besteht aus einer wasserdurchlässigen Filterschicht, meist aus Kies, und einer Trennschicht aus Filtervlies. Das Vlies verhindert, dass ausgeschlämmtes Feinmaterial aus angrenzenden Bodenbereichen die Dränschicht verstopft. In den Kies eingebettet sind die Dränleitungen: Dränrohre (= poröse, geschlitzte oder gelochte Kunststoffrohre), durch die das Sickerwasser eindringen kann, münden mit ausreichend Gefälle in vertikale Revisionsschächte. An jeder Richtungsänderung positioniert, ermöglichen diese spätere Reinigungs- und Wartungsarbeiten.

Meistens kommt eine sogenannte Ringdränung zum Einsatz, bei der das Sickerwasser vertikal entlang der Bauwerkswand nach unten abgeleitet und von ringsherum installierten Dränrohren aufgenommen wird. Bei Flächen von mehr als 200 m2 wird eine zusätzliche Flächendränung empfohlen. Dabei wird das Wasser horizontal unter der Bodenplatte abgeleitet und der Ringdränung zugeführt.

Wohin wird das Drainagewasser abgeführt?

Das Einleiten von Drainagewasser in die Mischkanalisation ist wegen der höheren Belastung der Kläranlagen nicht zulässig. Das Ableiten in die Regenwasserkanalisation, Bäche oder Gräben ist genehmigungsbedürftig.

Man kann das Wasser jedoch auch auf dem eigenen Grundstück versickern lassen. Dadurch wird ein Teil der Abwassergebühren eingespart und dem Boden wertvolles Grundwasser zugeführt. Dafür müssen ausreichend wasserdurchlässige Bodenschichten gewährleistet sein. Aufschluss darüber geben etablierte Versuche, bei denen der Durchlässigkeitsbeiwert kf (= Maß für die Wasserdurchlässigkeit des Bodens) ermittelt wird.

Die Versickerung erfolgt beispielsweise über einen Versickerungsschacht oder durch Rohrversickerung in einer Rigole (= Pufferspeicher). Generell ist deren Einbau in den meisten Bundesländern und Gemeinden genehmigungspflichtig. Für bestimmte Versickerungsformen besteht aber Genehmigungsfreiheit. Einzelheiten regeln die Entwässerungssatzungen der Kommunen.


Aus dem Auge, aus dem Sinn?

Wenn der Garten angelegt ist und seine volle Pracht entfaltet, kann das unterirdisch eingebundene Drainagesystem schon mal in Vergessenheit geraten. Aber trotz Kiesschichten und Vliesummantelungen gelangen im Wasser gelöste Partikel stetig in die Dränung und setzen diese auf Dauer zu. Regelmäßiges Spülen des Systems ist daher empfehlenswert: Eine mehrere Jahre im Erdreich liegende Drainage, die nie gespült wird, verstopft mit größter Wahrscheinlichkeit irgendwann und ist damit funktionslos.