Effizienzhaus 55 - Haustechnik im Standard

Der Begriff „Effizienzhaus 55“ (vorherige Bezeichnung: KfW Effizienzhaus 55) ist im deutschen Baurecht fest verankert. Für Bauherren und Bauinteressierte führt schon lange kein Weg daran vorbei, sich mit den Anforderungen und Vorgaben für Neubauten mit einer Energieeffizienz nach dem 55 Standard zu beschäftigen. Bereits seit 2016 beschreibt der Gesetzgeber Niedrigenergiehäuser/Energiesparhäuser in der ehemaligen Energiesparverordnung (EnEV bis 31.10.2020) und dem heutigem GebäudeEnergieGesetz (seit 01.11.2020). Damit sind Effizienzhäuser verbindlich im Gesetz definiert und im Sinne der Nachhaltigkeit als wünschenswerte Maßnahme zum energieeffizienten Bauen festgeschrieben. HELMA bietet das Effizienzhaus 55 bereits im Standard laut Bau- und Leistungsbeschreibung für alle HELMA-Häuser an – unabhängig davon, ob es sich um vorgeplante oder komplett individuell geplante Häuser handelt.

 

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Was ist eigentlich ein Effizienzhaus?

Um einen Orientierungsmaßstab für energieeffiziente Gebäude definieren zu können, wurde der Effizienzhaus-Standard (vorherige Bezeichnung: KfW-Effizienzhaus-Standard) festgesetzt. Unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie handelt, ist im Sinne der Energiewende der Anspruch da, die Energieeffizienz für jedes Haus in den Fokus zu rücken. Bauherren stellen sich oft die Fragen „Was ist ein Effizienzhaus 40?“ und „Was ist ein Effizienzhaus 40 plus.“ Die Werte 40, 40 plus und 55 stehen für die verschiedenen Effizienzhaus-Standards. Dabei gilt, je niedriger die Zahl ist, desto höher ist die Energieeffizienz des jeweiligen Gebäudes. Der Effizienzhaus Standard wird anhand von 2 Kriterien festgesetzt: dem gesamten Energiebedarf des Gebäudes und der Qualität der Dämmung der äußeren Gebäudehülle. Die Werte Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust spiegeln die Erreichung dieser Vorgaben wider. Die Effizienzhäuser 40 und 40 Plus erreichen somit noch bessere Werte im Primärenergiebedarf und im Transmissionswärmeverlust als ein Effizienzhaus 55, wobei auch das Effizienzhaus 55 mit nur wenigen weiteren Maßnahmen (im Vergleich zu nicht Effizienzhäusern) bereits eine ausgezeichnete energetische Effizienz erreicht und damit ein exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis darbietet.


Was bedeutet die Zahl „55“ beim Effizienzhaus 55?

Die besonders energiesparenden Effizienzhäuser 55 (vorherige Bezeichnung: KfW Effizienzhäuser 55) werden mit sehr zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen von der KfW-Bankengruppe gefördert. Durch Ihre Kombination aus effizienter Heiztechnik und sehr guter Dämmung der Gebäudehülle sind sie besonders energiesparend. Die Zahl 55 steht für den Prozentsatz des Jahresprimärenergiebedarfs, gemessen an den spezifisch berechneten zulässigen Höchstwerten für das – dem individuellen Bauherrenhaus entsprechende – Referenzgebäude, die das Effizienzhaus nicht überschreiten darf.

Der Begriff Referenzgebäude oder auch Referenzhaus bezeichnet die theoretische Grundlage, auf der die notwendigen Berechnungen durchgeführt werden. Die für ein Referenzhaus zu ermittelnden Werte sind das Spiegelbild des real geplanten Gebäudes mit einer standardisierten Bauausführung und Anlagentechnik gemäß GEG-Vorgaben zur Festlegung des zulässigen Primärenergiebedarfs und Transmissionswärmeverlusts. Einige der normierten Randbedingungen zur Berechnung der Referenzhauswerte sind z.B. eine Raumtemperatur von 19 °C, eine tägliche Unterbrechung der Raumheizung (Nachtabschaltung etc.) von 7 Stunden und der Standort des Hauses in der Klimaregion "Mittlerer Standard" (z.B. Region Potsdam).

Beispiel:

Für eine individuelle HELMA-Bauherren-Stadtvilla in Berlin wurde ein Jahresprimärenergiebedarf von 33,62 kWh/m²a errechnet. Für das Referenzhaus wurde ein maximal zulässiger Höchstwert von 78,60 kWh/m²a berechnet. Die für ein Effizienzhaus notwendigen 55% davon betragen 43,23 kWh/m²a. Mit knapp 33 kWh/m²a liegt die Stadtvilla also deutlich darunter und ist somit ein Effizienzhaus 55. 

Eine weitere, schon erwähnte Bedingung für ein Effizienzhaus ist die Einhaltung eines maximalen Transmissionswärmeverlusts. Das ist die Energie, die durch die Gebäudehülle verloren geht. Diese darf für ein Effizienzhaus 55, wiederum verglichen mit dem berechneten Referenzhaus, nur maximal 70 Prozent betragen. 

Lohnt sich der Bau eines Effizienzhauses?

Unabhängig davon, ob es sich aus wirtschaftlicher Sicht lohnt, ein Effizienzhaus zu bauen, leisten Sie mit dem Bau eines Energiesparhauses einen wertvollen Beitrag für die Umwelt und helfen damit, der Klimaerwärmung vorzubeugen. Nichtsdestotrotz sorgen Sie aber gleichzeitig auch für Ihren eigenen Komfort und schonen Ihren Geldbeutel. Warum das so ist und welche Vorteile Sie genießen, wenn Sie einen 55 (oder höher) -Neubau bauen, haben wir Ihnen in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Finanzielle Vorteile

Komfort

Da Sie mit Ihrem Effizienzhaus Energie sparen, profitieren Sie von niedrigen Heizkosten. Das haben Sie zum einen der verbesserten Dämmung zu verdanken, die dem Wärmeverlust entgegenwirkt und zum anderen der leistungsstarken Wärmepumpe, die Ihre Heizung energetisch sparsam betreibt.

Sie sind unabhängiger von fossilen Brennstoffen und verbrauchen weniger Energie.

Durch den Einbau einer Wärmerückgewinnung in Ihrer Lüftungsanlage können Sie sogar noch mehr Heizkosten sparen. 

Neubauten, die als Effizienzhaus errichtet werden, können aufgrund der hochwertigen Fenster, der dicken Dämmung der effizienten Wärmepumpe auch langfristig wirtschaftlich betrieben werden.  

Höhere Baukosten können sich durch die niedrigeren Energiekosten quasi selbst finanzieren.

Sie wohnen nicht nur komfortabel, sondern können auch ein rundum gutes Gewissen haben, Ihren Beitrag für eine nachhaltige Umwelt geleistet zu haben. 

Effizienzhäuser werden bei der Wertermittlung eher positiv berücksichtigt, sodass Sie bei einer Vermietung oder einem Verkauf einen höheren Verkaufspreis erzielen oder auch bei der Vergabe eines Darlehens von besseren Zinsen aufgrund des höheren Wiederverkaufswerts profitieren können. 

 

Effizienzhäuser werden von der Bundesregierung mit umfangreichen Förderungen bezuschusst. Zuständig ist dafür die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), bei der Sie diverse Förderprogramme in Form von Zuschüssen und Krediten mit niedriger Tilgung in Anspruch nehmen können. 

 
   

Warum wird in einem Effizienzhaus 55 eine Wärmepumpe benötigt?

Durch die energieeffiziente Arbeitsweise von Wärmepumpen wird ein niedrigerer primärer Energiebedarf für Neubauten erreicht als bei einer gasbetriebenen Heizung. Um die Anforderungen für ein Effizienzhaus 55-Siegel erfüllen zu können, wären in Verbindung mit einer Gasbrennwerttherme erhebliche Zusatzmaßnahmen notwendig. Dadurch wäre die Rentabilität nicht mehr gewährleistet. Daher ist eine Wärmepumpe für einen 55-Neubau die richtige und beste Entscheidung.

Was wird mit dem Förderprogramm “Energieeffizient Bauen” gefördert?

Mit dem Förderprogramm “Energieeffizient Bauen” (153) wird der Bau oder Erwerb von Wohngebäuden gefördert, die die gesetzlichen Mindestanforderungen nach GEG (bis Oktober 2020 EnEV) überschreiten und somit die Anforderungen an ein Effizienzhaus 40, 40 Plus oder 55 erfüllen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Förderprogramms ist immer die Einbindung eines Energieberaters.


Wer kann einen Antrag auf Förderung stellen?

Jeder, der Wohneinheiten erwirbt oder errichtet, die den Anforderungen an ein Effizienzhaus entsprechen, kann einen Antrag auf Förderung stellen. Bei den Wohneinheiten kann es sich um Neubauten oder Bestandsimmobilien sowie um Eigentumswohnungen, Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser handeln. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Selbstnutzung oder eine Vermietung vorgesehen ist. 

Die Förderungen, die häufig schon die Mehrkosten für die hochwertigere Heizanlage und die zusätzliche Dämmung ausgleicht sowie die Einsparungen und ökologische Nachhaltigkeit sind drei gute Gründe für ein Effizienzhaus 55. Das lohnt sich für Sie. 

Fragen Sie uns, wir informieren Sie gern! 

 


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