Energieeffizientes Bauen

KfW-Förderung für Ihren Neubau – Teil 2

In Teil 1 unserer Serie „KfW-Förderung für Ihren Neubau“ haben Sie bereits erfahren, welche Funktion die KfW übernimmt und mit welchen Programmen Sie eine Förderung für Ihren Hausbau beantragen können. In Teil 2 schließen wir mit dem KfW-Förderprogramm „Wohngebäude - Kredit (261, 262)“ an.

Um welche Art der Förderung für Ihren Hausbau handelt es sich bei dieser Maßnahme?

Bei dem Fördermittel „Wohngebäude – Kredit (261, 262)“ handelt es sich um einen zinsgünstigen Kredit in Kombination mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von mindestens 15 % bis maximal 50 %. Die Förderung kann im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ab dem 1. Juli 2021 für zukünftige Bauvorhaben beantragt werden. Wichtig ist, dass die richtige Reihenfolge beachtet wird und der Kaufvertrag erst NACH erfolgter Antragsstellung bei der KfW unterschrieben wird. Die Höhe des Tilgungszuschusses ist abhängig vom KfW-Effizienzhaus-Standard.


Fragen & Fakten KfW-Förderung

Was wird gefördert?

 

Es wird der Neubau oder Ersterwerb eines KfW-Effizienzhauses mit den Kennzahlen 40 Plus, 40, 40EE, 55 und 55EE gefördert.

Für welche Kosten darf der Kredit verwendet werden?

 

Der Kredit darf beim Neubau für die Bau- und Baunebenkosten, die Kosten für die Beratung und Planung sowie beim Kauf für den Kaufpreis des Wohngebäudes verwendet werden. Sowohl beim Bau als auch beim Erwerb eines Neubaus dürfen die Grundstückskosten nicht mit dem KfW-Kredit beglichen werden.

Für welche Kosten darf der Kredit verwendet werden?

Der Kredit aus dem Förderprogramm „Wohngebäude – Kredit (261, 262)“ kann nicht für die Finanzierung von netzeinspeisenden Photovoltaik-Anlagen, Baubegleitungs- oder Akustiker-Kosten sowie die Kosten für eine Nachhaltigkeitszertifizierung verwendet werden. Hierfür erhalten Sie jedoch eine zusätzliche Förderung, die zusammen mit der Förderung „Wohngebäude – Kredit (261, 262) beantragt werden kann.

Für welche Maßnahmen kann diese Förderung nicht in Anspruch genommen werden?

Das Förderprogramm „Wohngebäude – Kredit (261, 262)“ kann nicht für Ferienimmobilien, Umschuldungen bestehender Kredite und Nachfinanzierungen verwendet werden.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden Bauherren, die eine Immobilie bauen möchten und Ersterwerber von neu errichteten Wohnimmobilien.

   

Wie sind die Konditionen?

Die KfW gewährt einen Kredit in Höhe von 120.000 Euro je Wohneinheit für Neubauten, die die Effizienzhaus-Stufe 40 oder 55 erreichen. Erreicht Ihr Wohngebäude die Effizienzhausstufe 40 Plus oder erfüllt die Kriterien für die sogenannte Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse, steigt der maximale Kreditbetrag sogar auf 150.000 Euro je Wohneinheit an. Voraussetzung für die Erreichung der Erneuerbare-Energien-Klasse ist, dass der Energiebedarf Ihres Neubaus zu mindestens 55% durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Die Nachhaltigkeitsklasse erreichen Sie, wenn Ihr Neubau mit einem Nachhaltigkeitszertifikat ausgezeichnet wird. Des Weiteren profitieren Sie von einem nach KfW-Effizienzhaus-Standard gestaffelten Tilgungszuschuss. Der Tilgungszuschuss wird nach erfolgreichem Abschluss des Bauvorhabens gutgeschrieben.

KfW-Effizienzhaus

Höhe Tilgungszuschuss

KfW-Effizienzhaus 40 Plus

25 % von max. 150.000 Euro,

bis zu 37.500 Euro je Wohneinheit

KfW-Effizienzhaus 40

20 % von max. 120.000 Euro,

Bis zu 24.000 Euro je Wohneinheit

Kfw-Effizienzhaus 40EE

22,5 % von max. 150.000 Euro,

bis zu 33.750 Euro je Wohneinheit

KfW-Effizienzhaus 55

15 % von max. 120.000 Euro,

bis zu 18.000 Euro je Wohneinheit

KfW-Effizienzhaus 55EE

17,5 % von max. 150.000 Euro,

bis zu 26.250 Euro je Wohneinheit

   

Welche unterschiedlichen Varianten von Zinsen und Tilgung kann ich wählen?

Welche unterschiedlichen Varianten von Zinsen und Tilgung kann ich wählen?

Beim Förderprogramm „Wohngebäude – Kredit (261, 262)" können Sie zwischen zwei verschiedenen Finanzierungsvarianten wählen – als endfälliges Darlehen oder als Annuitätendarlehen. Beim endfälligen Darlehen bezahlen Sie während der gesamten Laufzeit von mindestens 4 bis maximal 10 Jahren nur die Zinsen und führen am Laufzeitende den gesamten Kreditbetrag in einer Summe an die KfW zurück. Beim Annuitätendarlehen hingegen können Sie zwischen einer Laufzeit von mindestens 4 bis maximal 30 Jahren und einer tilgungsfreien Anlaufzeit von mindestens 1 bis maximal 5 Jahren wählen und zahlen nach Beendigung der tilgungsfreien Anlaufjahre und bis zum Ende der Kreditlaufzeit eine gleichbleibende monatliche Annuität. Die verschiedenen Kombinationen aus Laufzeit und tilgungsfreier Anlaufzeit sind wie folgt möglich:

Laufzeit

Tilgungsfreie Anlaufzeit

Zinsbindung

4 bis 10 Jahre

1 bis 2 Jahre

10 Jahre

11 bis 20 Jahre

1 bis 3 Jahre

10 Jahre

21 bis 30 Jahre

1 bis 5 Jahre

10 Jahre

 

Wie hoch sind die Zinsen bei dieser Förderung?

Die Zinssätze der KfW-Förderung „Wohngebäude (261, 262)“ werden auf der Webseite der KfW ab dem 1.7.2021 veröffentlicht und können dort jederzeit abgerufen werden.

Kann ich dieses Förderprogramm mit weiteren Förderprodukten kombinieren?

Wenn Sie die Immobilie zur Selbstnutzung bauen, könnten für Sie außerdem die ergänzende Förderung für eine Baubegleitung, das Förderprogramm „Erneuerbare Energien – Standard (270)“ sowie der Zuschuss zu „Ladestationen für Elektroautos (440)“ in Frage kommen.

Was ist ein KfW-Effizienzhaus?

Aufgrund der gesetzlichen Mindestvorgaben, die im Gebäudeenergiegesetz (GEG) geregelt sind, muss jeder Neubau als Niedrigenergie- oder Energiesparhaus errichtet werden. Als Effizienzhaus oder Energiesparhaus wird ein Haus bezeichnet, das einen besonders hohen energetischen Standard aufweist. Abhängig von der Höhe des energetischen Standards werden KfW-Effizienzhäuser in verschiedene Stufen unterteilt und mit Kennzahlen beziffert. Je geringer der Energiebedarf ist, desto kleiner ist die Kennzahl und desto höher die Förderung für den Hausbau. Ein Bauvorhaben, das ausschließlich nach EnEV ausgeführt wird entspricht einem KfW 75 Haus. Um von der KfW-Förderung profitieren zu können, müssen sich die Bauherren zwischen den KfW-Effizienzhäusern 40 Plus, 40, 40EE, 55 und 55EE entscheiden. Die Kennzahlen KfW 40 Plus, 40, 40EE, 55 und 55EE geben an, wie hoch der Jahresprimärenergiebedarf im Vergleich zu einem Neubau ist, der ausschließlich nach ENEV (KfW 75) gebaut wurde.

Ein Beispiel im Vergleich:

  • Das sogenannte KfW-Referenzgebäude entspricht einem KfW 100 Haus und benötigt einen Jahresprimärenergiebedarf von 100 %.
  • Ein Haus, das nach den Vorgaben der GEG gebaut wurde, entspricht einem KfW 75 Haus und benötigt einen Jahresenergiebedarf von 75 % eines KfW-Referenzgebäudes.
  • Ein KfW 55 Haus benötigt einen Jahresprimärenergiebedarf von 55 % eines KfW-Referenzgebäudes.
  • Ein KfW 55EE Haus benötigt einen Jahresprimärenergiebedarf von 55 % eines KfW-Referenzgebäudes. Der Energiebedarf wird zu mindestens 55 % aus erneuerbaren Energie gedeckt. 
  • Ein KfW 40 Haus benötigt einen Jahresprimärenergiebedarf von 40 % eines KfW-Referenzgebäudes. Der Energiebedarf wird zu mindestens 55 % aus erneuerbaren Energie gedeckt.
  • Ein KfW 40 Plus Haus benötigt einen Jahresprimärenergiebedarf von 40 % eines KfW-Referenzgebäudes. Zusätzlich notwendig ist eine erweiterte technische Ausstattung, nämlich eine Anlage zur Stromerzeugung (erneuerbare Energien), ein Batteriestromspeicher, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und ein Benutzerinterface zur Visualisierung des Stromverbrauchs. Das allgemeine Ziel, das ein KfW 40 Plus Hauses erreichen soll, ist, mehr Energie zu erzeugen als es selber benötigt.

In Teil 3 unserer Serie „KfW-Förderung für Ihren Neubau“…

… erfahren Sie die wichtigsten Fakten zum KfW-Zuschuss „Wohngebäude – Zuschuss (461)“. Wenn Sie Fragen zu den Energieeffizienzhäusern von HELMA haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir beraten Sie gerne persönlich und freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

 

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