Bauanzeige vs. Bauantrag

Um ein Bauvorhaben realisieren zu können bedarf es immer einer Baugenehmigung. Für die Beantragung der Baugenehmigung gibt es unterschiedliche Verfahren, die je nach Bundesland und Bauvorhaben variieren können.

Wie beantrage ich eine Baugenehmigung?

Die Baugenehmigung wird beim zuständigen Bauamt beantragt. Der Entwurfsverfasser muss folgende Unterlagen in jeweils dreifacher Ausfertigung bereitstellen:

  • Lageplan
  • Berechnung der Nutz- und Wohnflächen, sowie des umbauten Raumes
  • Bauzeichnungen
  • Nachweise von Statik, Dämmung und Schallschutz
  • Entwässerungsplan
  • Baubeschreibung
  • Unterschriebener Bauantrag

Welche Verfahren zur Beantragung der Baugenehmigung sind möglich?

Welches Verfahren bei Ihrem Bauvorhaben zur Anwendung kommen kann, ist von der Art Ihres Bauvorhabens abhängig. Grundsätzlich wird zwischen zwei verschiedenen Verfahrensweisen unterschieden:

  • Baugenehmigungsverfahren
  • Bauanzeigeverfahren (abhängig vom Bundesland sind auch die Bezeichnungen „Genehmigungsfreistellungsverfahren“, „Mitteilung über genehmigungsfreie Baumaßnahmen“ oder „Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren“ üblich)

Das Baugenehmigungsverfahren

Für die Erteilung einer Baugenehmigung im Baugenehmigungsverfahren wird der sogenannte Bauantrag eingereicht, der vom zuständigen Bauamt in allen Einzelheiten überprüft wird. Dazu zählen u. a. Dachneigung, Haushöhe oder das Einhalten von Abständen und Baufenstern. Durch den großen Umfang eines Bauantrages dauert die Prüfung beim Baugenehmigungsverfahren i. d. R. deutlich länger als beim Bauanzeigeverfahren. Die exakte Dauer variiert je nach Genehmigungsbehörde. Eine Dauer von drei oder mehr Monaten kann durchaus möglich sein. Der Vorteil einer Baugenehmigung ist, dass Sie, als Bauherr, nach erfolgter Erteilung sicher sein können, dass Ihr Bauvorhaben bebauungsplankonform und erlaubt ist. Bei Abweichungen von den erlaubten Regularien ist eine Baugenehmigung jedoch unabdingbar. Auch wenn für das betroffene Baugebiet kein Bebauungsplan existiert, muss zwingend ein Bauantrag gestellt werden. Die Kosten für den Bauantrag werden von der Genehmigungsbehörde festgelegt. Als Richtwert kann von 0,5 Prozent der Baukosten ausgegangen werden.

Das Bauanzeigeverfahren

Im Falle des Bauanzeigeverfahrens wird beim zuständigen Bauamt lediglich eine sogenannte Bauanzeige eingereicht. Eine Bauanzeige ist nur für Wohngebiete möglich, für die ein gültiger Bebauungsplan existiert. Die Voraussetzung ist, dass das zu genehmigende Bauvorhaben bebauungsplankonform ist und keine genehmigungspflichtigen Abweichungen vorsieht. Da der zuständige Planer für die Einhaltung aller Vorschriften verantwortlich ist, werden die eingereichten Unterlagen vom Bauamt nicht einzeln überprüft, sondern lediglich zur Kenntnis genommen. Eine gesonderte Baugenehmigung muss daher nicht vom Bauamt ausgestellt werden, sondern ergibt sich durch das Stillschweigen des Bauamtes. Nach einer Frist von vier Wochen kann mit dem Bau begonnen werden, sofern das Bauamt innerhalb dieser Zeit nicht widersprochen hat. Die Kosten für eine Bauanzeige werden von der jeweiligen Genehmigungsbehörde festgelegt und sind deutlich geringer als bei einer Baugenehmigung.

Fazit und Entscheidungshilfe

Eine Bauanzeige spart im Vergleich zum Bauantrag Kosten und Zeit. Wenn ein Bebauungsplan existiert und das geplante Bauvorhaben keine Grenzbebauungen oder genehmigungspflichtige Abweichungen vorsieht, empfehlen wir daher eine Bauanzeige. Schließlich sparen Sie Geld und wir können früher mit dem Bau beginnen, um Ihnen Ihren Traum vom Eigenheim so schnell wie möglich zu erfüllen. Ihr persönlicher Fachberater berät Sie gerne, ob eine Bauanzeige für Ihr individuelles Bauvorhaben möglich ist.

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Kommentare

20.05.2019 | Gerald Schiborr

Hallo, unser Architekt stellt die Unterlagen zur Anzeige gerade zusammen. Blöde Frage: Reicht man die Anzeige eigentlich 1-fach oder 2-fach beim Bauamt (bei uns Gemeinde) ein?

29.04.2019 | HELMA-Marketing

Hallo Jana, wenn man auf einem Grundstück ein Haus bauen möchte, oder wahlweise eine Garage / Carport, dann muss das beim Bauamt beantragt und genehmigt werden. Bei Grundstücken ohne Bebauungsplan richtet man sich nach der Umgebungsbebauung, §34. Wenn es aber einen Bebauungsplan des Grundstücks gibt, und das ist bei den überwiegenden städtischen Grundstücken der Fall, kann man mit einer Bauanzeige arbeiten. Denn dann sind die Bebauungsvorgaben eindeutig bekannt und sofern man sich daran hält, gibt es auch keine Probleme mit dem Bauamt. Die Bauanzeige ist gegenüber dem Bauantrag ein durchaus schnelleres Verfahren.

27.04.2019 | Jana

Hallo, gibt es auch eine Regelung wann eine Bauanzeige gestellt werden muss? Grüße

15.10.2018 | Hanna Adams

Danke für den Beitrag und die Informationen zu Bauanzeige und Bauantrag. Meine Schwester verwirklicht sich endlich ihren Traum vom Eigenheim. Da kann sie jeden Rat gebrauchen - besonders dass eine Bauanzeige im Gegensatz zum Bauantrag Kosten und Zeit spart. LG

11.10.2018 | Jenni

Danke für diesen tollen Blog. Weiter so.

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